Liebe Pädagoginnen und Pädagogen, liebe Eltern,

„WertICH groß“ wird als Modellprojekt in den Regionen der Landkreise Rostock und Mecklenburgische Seenplatte tätig sein. Träger dieses Projektes ist das CJD Nord, finanziert wird es vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogrammes Demokratie leben! und dem Europäischen Sozialfond in Mecklenburg-Vorpommern 2014-2020.

In der heutigen Gesellschaft ist häufig von „Werteverfall“ die Rede. Ist das aber tatsächlich so? Andere reden von „Wertewandel“ oder „Wertepluralismus“.

Die Alterspyramide zeigt, dass es immer mehr Ältere in unserer Gesellschaft gibt. Menschen, die noch mit anderen Wertvorstellungen erzogen worden sind. Ob diese Werte heute noch den gleichen Stellenwert haben wie vor 50 Jahren ist fraglich. Erklärt aber, dass der überwiegende ältere Teil der Gesellschaft von „Werteverfall“ spricht, weil ihre Werte bei den jungen Menschen nicht mehr an erster Stelle stehen. Damit wären wir beim „Wertewandel“. Die jungen Menschen in Deutschland kennen keinen Krieg und keinen Hunger. Können sich nicht annährend vorstellen, wie es gewesen sein muss, im Krieg aufzuwachsen. Das heißt aber nicht, dass die jungen Menschen keine Werte haben, sie haben sich „nur“ verändert bzw. gewandelt.

Zuzüge von Menschen aus anderen Ländern und anderen Kulturen vermischen das Wertegefüge und es entsteht ein „Wertepluralismus“. Viele verschiedene Werte, angenommen durch die Familie, die Kultur und die Erziehung haben nebeneinander Bestand – es gibt kein richtig und kein falsch.

Durch die Zunahme der Nutzung von Sozialen Medien entsteht ebenfalls eine Veränderung im Wertegefüge. Es ist scheinbar viel einfacher mal nicht die Wahrheit zu sagen, es wird sich vielleicht älter, sportlicher, intelligenter und hübscher gemacht. Es kann kaum jemand überprüfen. Auch (negative) Äußerungen zu anderen Personen können einfacher verfasst werden, denn man sieht sein Gegenüber nicht, erkennt nicht seine/ihre Reaktion bzw. Emotion. Mobbing im Internet (Cybermobbing) nimmt bei Schülerinnen und Schüler weiter zu. Es ist so viel einfacher, allein in seinem Zimmer zu schreiben, dass man jemanden nicht mag als es ihm oder ihr direkt ins Gesicht zu sagen.

Wir, die Projektmitarbeitenden möchten niedrigschwellig mit den Schülerinnen und Schülern zu diesen Themen arbeiten. Wer bin ich (Identitätsbildung)? Was ist mir wichtig (Wertevermittlung)?

Wir, die Projektmitarbeitenden möchten dabei als PartnerInnen von Schule und vom Elternhaus arbeiten. Dabei möchten wir keine Werte „überstülpen“ oder Identitäten für die Kinder entwerfen sondern gemeinsam mit ihnen ein Stück ihres Weges gehen.

Wir, die Projektmitarbeitenden haben uns das Ziel gesetzt, Kinder in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu unterstützen und zu stärken, damit sie in unserer vielfältigen, demokratischen Gesellschaft erfolgreich aufwachsen können.